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Sieben Thesen zur Ergonomie in der Logistik

Johannes Schweiger, CEO, WITRON Service GmbH + Co. KG
Witron

Johannes Schweiger ist Geschäftsführer der WITRON Service GmbH + Co. KG und diskutiert im „Logistik Podcast“ über Ergonomie im Verteilzentrum. Schweiger ist seit zehn Jahren bei WITRON. Im Gespräch erklärt er, dass ein Verteilzentrum ein ganzheitliches Wirkungsgefüge ist, in welchem es gilt, Faktoren wie Ökonomie, Ökologie und soziale Faktoren in Einklang zu bringen, um für den Betreiber dauerhaft nachhaltige Wettbewerbsprozesse zu generieren: Premium-Kundenservice, hohe Verfügbarkeit, zukunftsweisende Arbeitsprozesse für die Mitarbeiter, Ressourcen-schonende Prozesse für Natur und Umwelt. Ebenso wichtig sei ein ausgereiftes Service-, Wartungs- und Betreiberkonzept. Im Gleichklang mit einer leistungsstarken Mechanisierung spielt dabei die Schnittstelle Mensch-Maschine eine entscheidende Rolle. Hierzu stößt er eine wichtige Diskussion an: Nicht nur die physische Ergonomie ist wichtig. Kognitive Ergonomie ist die Herausforderung der Branche. Der Oberpfälzer formuliert sieben Thesen:

  1. Ergonomie ist keine Kür mehr. In der Vergangenheit verbanden viele Unternehmen damit vor allem das Thema, die Leistungsfähigkeit älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten. Die Zeiten sind vorbei. „Wir agieren auf einem Arbeitnehmermarkt. Wer grundlegende ergonomische Anforderungen nicht erfüllen kann, hat keine Chance mehr, sich am Markt als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren“, meint Schweiger. „Es ist wichtig den Mitarbeitenden dauerhaft ein gesundes, effektives, nachhaltiges und sicheres Arbeitsumfeld zu ermöglichen.“
  • Die Intralogistik hat jahrelang sehr erfolgreich manuelle Tätigkeiten automatisiert und so die Ergonomie innerhalb der internen und externen Supply Chain nachhaltig verbessert. Hier war WITRON einer der Vorreiter in der Branche, da wir uns schon mehr als 20 Jahre intensiv damit beschäftigt haben, wie für die Mitarbeitenden im Verteilzentrum das Heben und Tragen von schweren Lasten minimiert werden kann. Aber jetzt hat sich das Aufgabenspektrum weiter gewandelt und wir müssen uns dieser Herausforderung ebenso stellen: Wie bleiben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fit und welche neuen Anforderungen im Bereich Ergonomie entstehen? Ein großes Thema ist zunehmend die kognitive Ergonomie. Wie schaffen wir es, die Menge an verfügbaren Informationen anwenderfreundlich und sinnvoll nutzbar zu gestalten, um einen „Informations-Overload“ zu vermeiden? Wie müssen beispielsweise zukünftige Bedienoberflächen oder Tools gestaltet sein? Was wird von einer neuen Generation an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch akzeptiert?
  • „Technische“ Ergonomie ist wichtig. Aber kognitive Ergonomie und UX werden immer weiter an Bedeutung gewinnen. Denn gut konzipierte, ergonomische Arbeitsplätze – sowohl aus Sicht der Arbeitsplatzgestaltung als auch deren effiziente und flexible Bedienung – sind ein entscheidendes Verkaufsargument bei Kunden. Durch bessere Oberflächen schaffen wir Prozess-Stabilität, eine schnellere Einarbeitung der Mitarbeitenden, eine positive Identifikation mit dem Arbeitsplatz und reduzieren gleichzeitig die Arbeitslast. „Unsere Onsite-Teams arbeiten nur mit den besten Werkzeugen. Warum soll das für die Software in Zukunft anders sein? Beispielsweise werden mit unserem On-Demand-Service-Tool WITOOL die Abwicklung und die Dokumentation aller aktiven und proaktiven Service- und Wartungsarbeiten sowohl in der Organisation als auch in der Ausführung deutlich transparenter. Auch mit der neuen Beckhoff-Steuerung verfügt WITRON über viel mehr Möglichkeiten in dem Bereich. Und die Impulse kommen aus den Teams. „Sie sind Ideengeber und kritische Tester“, berichtet Schweiger. „Die tagtäglich gemachte Erfahrung von mehr als 4.000 WITRON-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort in den Verteilzentren der Kunden fließen kontinuierlich in den Entwicklungsprozess zukünftiger Mechanik, IT und der Materialflussoptimierung mit ein. Ein Know-how-Transfer von dem sowohl unsere Logistikplaner, Konstrukteure, Entwickler und natürlich unsere Kunden profitieren.“
  • Menschen im Logistikzentrum wird es trotz aller Automatisierung nach wie vor auch zukünftig immer noch geben. WITRON optimiert deshalb neben Tätigkeiten wie das Heben oder Tragen ständig die Laufwege – unterstützt durch moderne Software. „Wenn wir einen zusätzlichen Überstieg oder eine zusätzliche Bühne brauchen, wird das geplant“. Neue Logistikzentren berücksichtigen schon im Layout die zukünftigen Routen für die Instandhaltungsteams. „Wir wollen vermeiden, dass Teammitglieder viel klettern müssen. Deshalb optimieren wir beispielsweise die Positionierung kritischer Komponenten wie Motoren. Ergonomie beginnt bereits mit der Zugänglichkeit aller Komponenten in der Anlage“, ergänzt Schweiger. Bei WITRON sprechen die Verantwortlichen von der Konstruktionsoptimierung. Auch wenn die Automatisierung für viele Kommissionieraufgaben die Ergonomie schon grundlegend verbessert hat, existieren weiterhin manuelle Picksysteme. Auch dort spielt Software die entscheidende Rolle, um Wege zu optimieren. „Grundsätzlich betrachten wir in unseren Logistiklösungen das Thema Ergonomie in der kompletten Supply Chain „End-to-End“. Mit innovativen Prozessen verbessern sich nicht nur die Arbeitsbedingungen der internen Logistikmitarbeiter. Parallel dazu werden ebenso die Arbeitsbedingungen der LKW-Fahrer oder der Wareneinräum-Teams in den Filialen nachhaltig optimiert.“
  • Die Ergonomie in den Logistikzentren hat sich über die letzten fünf Jahre sehr verbessert, weiß Schweiger. Kunden investieren neben der Minimierung von unergonomischen physischen Arbeitsbedingungen ebenso in Tageslicht, Klimaanlagen und in die Reduzierung der Geräuschkulisse. „Das ist ein entscheidender Punkt, der oft vergessen wird“, meint der WITRON-Geschäftsführer. Im Frische- und Tiefkühlbereich setzt sich die Vollautomatisierung durch, um dort die Aufenthaltsdauer für Menschen weiter auf das absolut Notwendige zu reduzieren. Auch soziale und kulturelle Faktoren fließen zunehmend in die Gestaltung von ergonomischen Arbeitsplätzen und Prozessen mit ein.
  • Das Arbeiten von zuhause ist für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiv, „aber aus einer ergonomischen Betrachtung wohl ein Rückschritt“, erklärt Schweiger. Deshalb sind aus seiner Sicht Mischmodelle zielführender. Und die Unternehmen müssten sich auch Gedanken um ihre Werkerinnen und Werker machen. „Home-Office ist beispielsweise bei den Service-Teams schwierig. Das Arbeiten in Wechselschicht ist ergonomisch nicht ideal. Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit Möglichkeiten zur Flexibilisierung und Entlastung.“ Beispielsweise arbeiten erste Onsite-Teams an einer gemeinsamen Schichtplanung, um mehr Flexibilität für jedes Teammitglied zu erreichen.
  • Kognitive Ergonomie ist aus Sicht von WITRON die Herausforderung der nächsten Jahre. Neue Tools wie AR oder KI haben Potenzial, das Arbeiten im Logistikzentrum nachhaltig zu verändern. Aber vor allem für den Bereich KI fehlt es noch an Erklärbarkeit von Entscheidungen des Systems. „Wir erwarten viel von der Technologie, aber wir müssen sie für den Menschen denken und als Werkzeug designen.“

Hier geht’s zum Podcast: Witron: Sieben Thesen zur Ergonomie in der Logistik

Quelle: www.witron.de

Pressemitteilung veröffentlicht am 20.06.2023 in News (In- und Ausland).
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