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Vier Lager, ein Materialfluss: KASTO steuert den gesamten Prozess

Im Längslagersystem UNILINE lagert Kerschgens seit Anfang 2026 Bleche von Klein- bis Großformat. © KASTO
KASTO

Der Werkstoffspezialist Kerschgens verbindet am Standort Stolberg ein breites Metallsortiment mit umfassenden Bearbeitungs- und Serviceleistungen. Vier Lagersysteme, eine Materialflusslösung und eine durchgängige Steuerung von KASTO vernetzen Lagerhaltung, Kommissionierung und Fertigung zu einem abgestimmten Gesamtprozess. Auf dieser Grundlage hat Kerschgens die Materialverfügbarkeit verbessert, sein Sortiment erweitert und zugleich Transportwege sowie Reaktionszeiten verkürzt.

Mehr als 24.000 Artikel lagert Kerschgens auf 36.000 Quadratmetern Hallenfläche, gut 300 Tonnen Material kann das Unternehmen pro Tag umschlagen. Der Service geht weit über den klassischen Handel hinaus. „Entscheidend für unsere Kunden sind vor allem Qualität, Verfügbarkeit und Lieferzeit“, sagt Geschäftsführer Heinz Herbort.

Die Kerschgens Werkstoffe & Mehr GmbH handelt seit der Gründung vor genau 150 Jahren mit Stahl, Edelstahl und NE-Metallen. Das familiengeführte Unternehmen in sechster Generation beschäftigt heute an zwei Standorten rund 220 Mitarbeitende und beliefert Kunden aus dem Stahl- und Metallbau, dem Maschinenbau, dem Baugewerbe sowie weiteren Bereichen der metallverarbeitenden Industrie. Zum Sortiment gehören Träger, Rohre, Bleche und Stabstahl. In Stolberg bei Aachen stehen inzwischen rund 36.000 Quadratmeter Hallenfläche zur Verfügung. Der Betrieb ergänzt den Verkauf durch Anarbeitungs- und Serviceleistungen, vom Sägen und Bohren bis zum Brennen und Fräsen. Seit September 2022 gehört die ehemalige Carlier Blechbearbeitungs GmbH zu Kerschgens. Unter der Marke Carlier bündelt das Unternehmen sein Blech-Know-how und die Baugruppenfertigung.

Kerschgens konsolidiert seine Lagerprozesse

Um die Prozesse zu optimieren und Synergien zu nutzen, wollte Kerschgens drei nahegelegene Außenlager auflösen und in einer neuen Halle zentralisieren. Daher suchte der Betrieb eine Lösung, die sowohl die Lagerung von Blechen und Langgut für den Handel als auch die Blechfertigung mit Umformen, Schweißen und Oberflächenbearbeitung abdeckt. Die neue Halle 2 mit 12.000 Quadratmetern nimmt das Blechlager auf und schafft zusätzlichen Platz für Rohre und Stäbe. „Unsere Lager- und Materialflussprozesse waren bis vor Kurzem davon geprägt, dass wir zunächst alles zu unserem Hauptsitz bringen mussten, um es von dort aus zu kommissionieren und auszuliefern“, sagt Dominik Garbrecht, der den Handelsbetrieb im Neubau bei Kerschgens verantwortet. „Mit dem neuen Zentrallager haben wir jetzt alles an einem Ort gebündelt. Dadurch verringern wir Zeitverluste und Kosten.“

In der älteren Halle 1 liegt der Schwerpunkt auf dem klassischen Stahlhandel mit Baustahl, Profilen und Trägern. Dort betreibt Kerschgens seit 2009 das Wabenlager UNICOMPACT 3.0 von KASTO mit 2.896 Kassettenplätzen. Eine 10-fach-Umlaufstation sowie zwei 4-fach-Umlaufstationen und eine Längsstation verbinden Lagerung, Kommissionierung und Bereitstellung. Dank direkter Schienenanbindung kann ein spezieller Lkw die angelieferten Waggons mit dem Langgut unmittelbar in die Halle ziehen. 2023 erhielt das System ein Retrofit von KASTO für Elektrik und Motoren. Diese Modernisierung sichert die Leistungsfähigkeit, Prozesssicherheit und Ersatzteilverfügbarkeit des bestehenden Lagers langfristig. Gleichzeitig bleiben die Vorteile des UNICOMPACT erhalten: eine hohe Lagerdichte, der automatisierte Materialfluss nach dem Prinzip „Ware zur Person“ und schnelle Kassettenwechsel für kurze Bereitstellungszeiten.

Seit 2016 ergänzt das Stapeljoch-System UNIBLOC A von KASTO mit 803 Plätzen das Wabenlager in Halle 1. Vier Längsstationen und ein Automatikkran mit Lastberuhigung unterstützen die dichte Lagerung. Die gewachsene Anlagenlandschaft und die fast 20-jährige Zusammenarbeit, in der Kerschgens seine Lagertechnik gemeinsam mit KASTO weiterentwickelte, komplexe Automatisierungslösungen einführte und vorhandene Systeme modernisierte, gaben dem Metallspezialisten eine belastbare Grundlage für die Planung des Neubaus. „Das Unternehmen hat uns in dieser Zeit immer durch seine Kompetenz überzeugt, individuelle Lösungen für unsere Anforderungen zu finden“, erklärt Heinz Herbort.

Zwei Systeme für die neue Halle

Für Langprodukte aus Edelstahl und Aluminium fiel die Wahl von Kerschgens auf das Überfahr-Lager UNITOP, das im September 2025 in Betrieb ging. Es bevorratet auf 677 Plätzen Rohre, Winkel, Flach-, Rund- und Vierkantmaterial. Eine Materialpolderkette (MPK) nimmt vorkommissioniertes Material für Versand und Weitertransport auf. Eine Längsstation bindet den Metallbandsägeautomaten KASTOwin A 3.6 direkt an das UNITOP an und stellt das benötigte Langgut für den Zuschnitt bereit. Damit ist die Säge in den automatisierten Materialfluss integriert. Das abgestimmte Zusammenspiel aus Steuerung, kurzen Nebenzeiten und präzisem Materialvorschub beschleunigt die Auftragsbearbeitung.

Den zweiten Kern des Neubaus bildet das Längslagersystem UNILINE von KASTO für Bleche. Seit Januar 2026 lagert Kerschgens hier Stahl, verzinkten Stahl, Edelstahl, Aluminium und Lochbleche in Formaten von Klein- bis Großformat, Massen bis 900 Kilogramm und Dicken von 0,5 bis 20 Millimetern. Die Anlage verfügt über 1.734 Kassettenplätze, fünf Längswagen, darunter einen mit integrierter Hubvorrichtung, sowie eine Ein- und Auslagerstation. Stahlbau und Fahrgasse lassen sich verlängern, wenn der Kapazitätsbedarf steigt.

Der Neubau mit den UNITOP- und UNILINE-Lagern sowie der integrierten Materialflusslösung verkürzt Such- und Bereitstellungswege und verbessert die Materialverfügbarkeit. „Dadurch haben sich unsere Prozesse in der Halle beschleunigt“, sagt Dominik Garbrecht. Außerdem müssen Mitarbeitende scharfkantige Bleche nur noch selten manuell bewegen und können sich auf die Steuerung der Anlage und Sonderfälle konzentrieren. Dank Zentralisierung hat Kerschgens sein Lieferprogramm erweitert und kann es bei Bedarf auch künftig flexibel ausbauen. Zudem hat das Unternehmen die Abläufe beim Einlagern, Kommissionieren, Verpacken sowie bei der Vorbereitung der Verladung optimiert. Die Vorratspakete stehen in unmittelbarer Nähe bereit, ein Kran bringt sie ins Lager. Das Blechlager lässt sich bei höherem Bedarf um mehr als 1.000 Plätze erweitern.

Mit der neuen Halle setzt Kerschgens die schrittweise Entwicklung seiner Lagertechnik fort. Das Unternehmen hält bewährte, modernisierte Anlagen im Einsatz und schafft zusätzliche Kapazitäten für Langgut und Bleche. Rund um das UNILINE vernetzt eine Materialflusslösung von KASTO Lager, Laserschneiden und Kommissionierung zu einem durchgängigen Prozess. So kann der Metallhändler sein Lieferprogramm ausbauen und Materialien für Handel sowie Fertigung zentral verfügbar halten.

Daten verbinden Lager und Bearbeitung

KASTOlogic, das smarte Warehouse Management System (WMS) von KASTO, verwaltet die Bestände in allen vier Lagern und steuert die Materialflüsse. Es kommuniziert mit zwei ERP-Systemen: SHCware von Kerschgens sowie Octoflex, das durch die Übernahme von Carlier ins Unternehmen kam. Das WMS verarbeitet Artikelstammdaten, Chargen, Aufträge und Verpackungsvorgaben. Eine XML-Schnittstelle verbindet es mit dem Produktionsplanungssystem Oseon und übergibt Schnittplandaten, Restblechinformationen und NC-Programme. KASTOlogic steuert den passenden Manipulator KASTOpick sheet, erzeugt Versandetiketten und stellt Informationen für die Tourenplanung bereit. Eine wichtige Funktion des WMS ist für Kerschgens die Packoptimierung: Ein eigens entwickelter Algorithmus berechnet die Packeinheiten unter Berücksichtigung physischer Grenzen und kundenspezifischer Vorgaben in optimaler Pyramidenform.

Struktur für langfristige Materialverfügbarkeit

Die Lagersysteme UNICOMPACT, UNIBLOC, UNITOP und UNILINE verbinden sich dank Materialflusslösungen und Manipulatoren zu einem leistungsstarken Gesamtsystem. Lagerbestand, Kundenauftrag, Bearbeitungsmaschine und Versand greifen dadurch eng ineinander: Das Material gelangt vom Lager zur Bearbeitung und weiter zum Versand.

Die Investitionen führen zwei Zeithorizonte zusammen: Das Retrofit hält bewährte Lagertechnik leistungsfähig, während neue Systeme zusätzliche Kapazitäten für Langgut und Bleche schaffen. So kann Kerschgens seine Lagerstruktur schrittweise weiterentwickeln und die Materialverfügbarkeit für Kunden langfristig sichern. Heinz Herbort rechnet damit, dass das Geschäft schnelllebig bleibt und die kommenden Jahre nicht ruhiger werden. „Damit wir auch in zehn Jahren ein zuverlässiger Partner für unsere Kunden sind, müssen wir weiter innovativ sein. KASTO-Lösungen für Lagerautomatisierung und Sägetechnik können uns dabei helfen, dieses Versprechen einzulösen.“

Quelle: www.kasto.com

Pressemitteilung von: KASTO , veröffentlicht am 28.10.2026 in News (In- und Ausland).
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